Gut vorbereitet verkauft es sich leichter
Ob Sie privat inserieren, beim Autohaus in Zahlung geben oder direkt an einen Ankäufer verkaufen: Ein paar Dinge entscheiden fast immer darüber, wie reibungslos der Verkauf läuft und welcher Preis am Ende herauskommt. Diese sieben Tipps gelten für jeden Verkaufsweg.
1. Unterlagen vollständig machen
Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, Ausweis, alle Schlüssel. Dazu Serviceheft, Rechnungen und den letzten HU-Bericht. Fehlt der Brief, beantragen Sie frühzeitig eine Ersatzbescheinigung, denn ohne ihn ist ein Verkauf kaum möglich. Ein vollständiger Ordner signalisiert Käufern: Dieses Auto wurde gepflegt.
2. Den richtigen Zeitpunkt wählen
Verkaufen Sie möglichst vor größeren Ausgaben. Steht der Zahnriemenwechsel an, ist die HU in zwei Monaten fällig oder brauchen die Reifen Ersatz, holen Sie diese Investitionen beim Verkauf selten wieder herein. Auch ein Auto, das monatelang nur herumsteht, verliert durch Standschäden an Wert.
3. Realistische Preisvorstellung entwickeln
Vergleichen Sie Angebote für Fahrzeuge mit ähnlichem Alter, ähnlicher Laufleistung und Ausstattung, nicht das teuerste Inserat. Beachten Sie, dass Gebrauchtwagenbörsen meist Händlerverkaufspreise zeigen. Ein Privat- oder Ankaufspreis liegt darunter. Eine kostenlose Einschätzung, zum Beispiel über unsere Seite KFZ-Bewertung, hilft bei der Orientierung.
4. Sauber, aber ohne große Investitionen
Ein ausgeräumter, gesaugter Innenraum und eine einfache Wäsche reichen. Teure Aufbereitungen oder Reparaturen lohnen sich vor dem Verkauf meist nicht. Ausnahme sind Kleinigkeiten, die wenig kosten und optisch viel ausmachen, etwa eine defekte Glühbirne.
5. Mängel offen nennen
Bekannte Schäden gehören in die Beschreibung und in den Kaufvertrag. Das ist nicht nur fair, sondern schützt Sie auch rechtlich. Wer Mängel verschweigt, riskiert, dass der Käufer den Vertrag später anficht oder Schadensersatz verlangt.
6. Einen schriftlichen Kaufvertrag nutzen
Im Vertrag stehen Käufer und Verkäufer mit Ausweisdaten, die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, der Kilometerstand, der Preis, die Zahlungsart, bekannte Schäden sowie Datum und Uhrzeit der Übergabe. Bei einem Verkauf von privat wird die Sachmängelhaftung in der Regel ausgeschlossen, aber nur für Mängel, die Sie nicht kannten.
7. Erst Geld, dann Schlüssel
Übergeben Sie Schlüssel und Fahrzeugbrief erst, wenn der volle Betrag bar vorliegt oder auf Ihrem Konto gutgeschrieben ist. Ein vorgezeigter Überweisungsbeleg ist keine Zahlung. Bei größeren Barbeträgen kann ein Treffpunkt bei Ihrer Bank sinnvoll sein.
Welcher Verkaufsweg passt zu Ihrem Auto?
Die sieben Tipps gelten immer. Welcher Weg am Ende der richtige ist, hängt vom Auto und von Ihrer Situation ab. Eine grobe Orientierung:
- Junges, gefragtes Auto ohne Mängel, und Sie haben Zeit: Ein Privatverkauf kann den höchsten Erlös bringen, kostet aber Aufwand für Inserat, Telefonate und Besichtigungen.
- Sie kaufen ohnehin beim Händler ein neues Auto: Die Inzahlungnahme ist bequem. Lassen Sie sich den Preis für den Altwagen aber getrennt vom Rabatt auf das neue Auto nennen, sonst lässt sich nichts vergleichen.
- Älteres Auto, Mängel, abgelaufene HU oder wenig Zeit: Hier spielt der Direktankauf seine Stärken aus. Sie erhalten ein konkretes Angebot, ohne zu inserieren, und können es annehmen oder ablehnen.
Fehler, die beim Autoverkauf Geld kosten
Zu spät verkaufen
Viele warten, bis das Auto wirklich nicht mehr gebraucht wird. In der Zwischenzeit läuft die HU ab, die Batterie leidet und Versicherung und Steuer werden weiter fällig. Wer früh entscheidet, verkauft meist ein Auto in besserem Zustand.
Reparieren „für den Verkauf“
Eine neue Kupplung oder ein Satz Reifen kurz vor dem Verkauf erhöht den Preis selten um den vollen Betrag. Holen Sie sich vor größeren Investitionen lieber eine Einschätzung, ob sie sich lohnen.
Unklare Angaben im Inserat oder Gespräch
Formulierungen wie „TÜV neu“, obwohl nur die AU gemacht wurde, oder „scheckheftgepflegt“ mit Lücken im Heft führen später zu Ärger. Bleiben Sie bei dem, was Sie belegen können.
Den Vertrag nebenbei unterschreiben
Prüfen Sie Kilometerstand, Preis, Zahlungsart und Übergabezeit, bevor Sie unterschreiben. Was in einen vollständigen Vertrag gehört, erklärt der Ratgeber Kaufvertrag beim Autoverkauf.
Nach dem Verkauf: drei Dinge erledigen
Ist das Auto übergeben, sind Sie fast fertig. Bewahren Sie Ihr Exemplar des Kaufvertrags auf, informieren Sie Ihre Kfz-Versicherung und stellen Sie sicher, dass das Auto abgemeldet oder umgeschrieben wird. Wie das genau funktioniert und was mit der Kfz-Steuer passiert, lesen Sie im Ratgeber Auto verkaufen und abmelden.
Die Übergabe Schritt für Schritt
Am Tag der Übergabe kommen alle Tipps zusammen. Eine sinnvolle Reihenfolge sieht so aus: Zuerst gehen Sie gemeinsam mit dem Käufer einmal um das Auto und notieren den aktuellen Kilometerstand. Dann wird der Kaufvertrag vollständig ausgefüllt und von beiden Seiten gelesen. Erst danach folgt die Bezahlung, bar gezählt oder als Gutschrift auf Ihrem Konto sichtbar. Zum Schluss übergeben Sie Schlüssel, Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief und das vereinbarte Zubehör. Machen Sie ruhig ein Foto vom Tacho und vom unterschriebenen Vertrag.
Räumen Sie das Auto vorher vollständig aus: Handschuhfach, Kofferraum, Reserveradmulde und Türtaschen. Löschen Sie Ihre Daten aus dem Navigationssystem, trennen Sie gekoppelte Smartphones und melden Sie sich aus Fahrzeug-Apps ab. Garagenöffner, Parkausweise und Tankkarten gehören nicht zum Verkauf.
Ist das Auto noch finanziert, klären Sie die Ablösung, bevor Sie einen Übergabetermin festlegen. Wie das geht, beschreibt der Ratgeber Finanziertes Auto verkaufen.
Probefahrten beim Privatverkauf
Verkaufen Sie privat, gehört die Probefahrt fast immer dazu. Lassen Sie sich vorher Ausweis und Führerschein zeigen und fotografieren Sie beides. Fahren Sie selbst mit und geben Sie den Schlüssel nicht aus der Hand, solange der Interessent allein im Auto sitzt. Klären Sie außerdem, wer bei einem Schaden während der Probefahrt haftet. Ein kurzer schriftlicher Probefahrtvertrag schafft hier Klarheit.
Und wenn es einfach sein soll?
Wer keine Zeit für Inserate und Besichtigungen hat, kann sein Auto direkt verkaufen. Wie das bei uns in Oberhausen abläuft, lesen Sie auf der Seite Autoankauf Oberhausen. Für Stadtteile wie Sterkrade oder Osterfeld gibt es eigene Seiten mit Hinweisen zum Termin vor Ort.
Häufige Fragen zu den Verkaufstipps
Lohnt sich eine Aufbereitung vor dem Verkauf?
Eine gründliche Reinigung von innen und außen ist sinnvoll. Eine teure professionelle Aufbereitung zahlt sich beim Verkauf dagegen selten vollständig aus, besonders bei älteren Fahrzeugen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um ein Auto zu verkaufen?
Meist bevor größere Ausgaben anstehen, etwa HU mit Mängeln, Zahnriemen oder neue Reifen. Diese Kosten holen Sie beim Verkauf selten wieder herein.
Was mache ich, wenn der Fahrzeugbrief fehlt?
Ohne Zulassungsbescheinigung Teil II ist ein Verkauf kaum möglich. Prüfen Sie, ob der Brief bei einer Bank liegt, oder beantragen Sie bei der Zulassungsbehörde rechtzeitig einen Ersatz.
Auto in Oberhausen verkaufen?
Schicken Sie uns die Eckdaten Ihres Autos. Die Einschätzung ist kostenlos und unverbindlich.